Warum Betroffene oft bleiben – und warum das nichts mit Schwäche zu tun hat
Wenn Menschen von häuslicher Gewalt hören, kommt oft schnell eine Frage: „Warum geht sie nicht einfach?“ Oder: „Warum bleibt er dort?“ Diese Frage klingt logisch – von außen betrachtet. Doch die Realität ist viel komplizierter. Menschen, die in einer gewalttätigen oder zerstörerischen Beziehung leben, bleiben nicht aus Bequemlichkeit. Und fast nie aus Schwäche. Sie bleiben, weil viele Faktoren zusammenkommen. Gewalt beginnt oft mit psychischem Druck In vielen Beziehungen beginnt Gewalt nicht mit körperlichen Übergriffen. Sie beginnt viel früher: mit ständiger Kritik mit Demütigungen mit Kontrolle mit Schuldzuweisungen mit dem Gefühl, nie gut genug zu sein Mit der Zeit hören Betroffene immer wieder dieselben Botschaften: „Du bist nichts wert.“ „Ohne mich schaffst du nichts.“ „Niemand anderes würde dich wollen.“ Wenn man das oft genug hört, beginnt man irgendwann, es zu glauben. Das Selbstbewusstsein wird Stück für Stück zerstört. Die Hoffnung auf Veränderung Nach Gewalt folg...